Martin Vallo bleibt weitere sechs Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Schwagstorf – das ist das wohl wichtigste Ergebnis der jüngsten Jahreshauptversammlung, über die die Feuerwehr in einer Pressemitteilung informiert. Zudem wurde deutlich, dass die Kameradinnen und Kameraden deutlich mehr zu tun hatten als im Jahr zuvor. Bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben soll ein neues Fahrzeug helfen. Und. Mit Albert Rattay verabschiedete sich ein altgedienter und engagierter Kamerad in den vorzeitigen Feuerwehr-Ruhestand.
Rattay, seit 1991 Mitglied der Ortsfeuerwehr Schwagstorf und zwischen 2001 und 2007 deren Ortsbrandmeister, nutzte die Gelegenheit, ein Dreivierteljahr vor dem altersbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Rahmen der Jahreshauptversammlung in die Altersabteilung zu wechseln. „Heute sagen wir danke“, sagte Ortsbrandmeister Markus Molitor. „Danke für deine Zeit, dein Engagement und dein offenes Ohr.“ Als in Präsentform gegossene Anerkennung erhielt Rattay eine Feuertonne mit dem Emblem der Feuerwehr Schwagstorf.
Aber Ortsbrandmeister Molitor hatte auch Positives zu berichten: Die Indienststellung des neuen Feuerwehrfahrzeugs steht bevor, einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF). Das soll das in die Jahre gekommene Löschfahrzeug (LF 8) ersetzen. Der ambitionierte Wunsch der Feuerwehr: die offizielle Präsentation zur Veranstaltung „Schwagstorf ist offen“ am Sonntag, 6. September.
Vom offenen Ausblick leitete Molitor über zum Rückblick auf das vergangene Jahr. Und das war insbesondere von der Anzahl der Einsätze her ein herausforderndes. Zwölf Brandeinsätze und 20 Technische Hilfeleistungen bedeuteten einen Anstieg um insgesamt sechs Einsätze und mit knapp 800 geleisteten Stunden mehr als doppelt so viele verglichen mit dem Vorjahr. Zeitintensive Wald- und Moorbrände forderten die Kameraden ebenso wie mehrere Verkehrsunfälle, austretendes Gas und die obligatorischen Entenfamilien in Not. Als besonders positiv bewertete Molitor die rekordverdächtigten Ausrückzeiten der Schwagstorfer Wehr, die selbst bei Einsätzen in Nachbarkommunen manchmal schneller vor Ort war als die Ortswehr mit Heimvorteil.
Molitor und Gemeindebrandmeister Olaf Meyer hatten aber auch Grund zum Kopfschütteln. Einerseits zeigten sie nach wie vor Unverständnis über die kostspielige und von (Landes-)Behördenirrsinn geprägte Uniform-Novelle – für viel Geld sollen die Uniformen der Feuerwehr ausgetauscht werden. Andererseits ärgerten sie sich über das Ende der Dekon-Einheit der Gemeinde Ostercappeln. Dieser auf Schadstofflagen spezialisierte Feuerwehr-Fachbereich stellt Mitte des Jahres seinen Dienst nach mehreren Jahrzehnten ein, da der Landkreis laut Molitor kein Zukunftskonzept erarbeitet hat und auf Kritik mit dem Absetzen des Zugführers reagierte. „So sieht Wertschätzung nicht aus“, lauteten Molitors harte Worte, denen auch Gemeindebürgermeister Erik Ballmeyer, Ortsbürgermeister Friedrich Steffen und Gemeindefachdienstleiter Ordnung Daniel Ziemann nickend Zustimmung signalisierten.
Zustimmung erhielt gegen Ende des Abends auch der Vorschlag, Martin Vallo als Molitors Stellvertreter wiederzuwählen. Einstimmig fiel die Entscheidung der anwesenden Kameradinnen und Kameraden aus. Damit bleibt Vallo sechs weitere Jahre im Amt. Zudem ist Oliver Vallo neuer Kassenprüfer, er ersetzt Michael Heitkamp. Jonas Mönter und Chris Mehring traten ihre Festausschuss-Ämter an Nils Lemke und Christoph Lücke ab. Zudem wurde mit den Social-Media-Beauftragten ein neuer Posten geschaffen, den von nun an Oliver Vallo und Chris Mehring besetzten. Und: Mehring erhielt aus den Händen von Gemeindebürgermeister Ballmeyer eine Beförderungsurkunde und ist nun Hauptfeuerwehrmann. Damit endete die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Schwagstorf auf einer positiven Note. Denn mit Blick auf die anwesenden Gäste aus Politik und Verwaltung unterstrich Molitor lächelnd abschließend das gute Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Gemeinde: „Wir fühlen uns hier sehr wertgeschätzt und gebraucht!“
– Fabian Pieper



